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Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) im Forschungsverbund Berlin e.V.

Kurzportrait

Das Leibniz-IZW ist ein international anerkanntes Forschungsinstitut. Es gehört zum Forschungsverbund Berlin e.V. und ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. 

Unser Ziel ist es, die Anpassungsfähigkeit von Wildtieren im Kontext des globalen Wandels zu verstehen und zum Erhalt von gesunden Wildtierbeständen beizutragen. Dafür erforschen wir die Vielfalt von Lebenslauf-Strategien, die Mechanismen der evolutionären Anpassungen und ihre Grenzen – inklusive Wildtierkrankheiten – sowie die Wechselbeziehungen zwischen Wildtieren, ihrer Umwelt und dem Menschen. 

Wir setzen Expertise aus Biologie und Veterinärmedizin in einem interdisziplinären Ansatz ein, um Grundlagen- und angewandte Forschung – von der molekularen bis zur landschaftlichen Ebene – in engem Austausch mit Stakeholdern und der Öffentlichkeit durchzuführen. Darüber hinaus stellen wir einzigartige und hochwertige Dienstleistungen für die Wissenschaftsgemeinschaft bereit.

Zu diesen Dienstleistungen gehören auch wissenschaftliche Sammlungen wie die Kryobanken:

Bio-Kryobank als Grundlage für assistierte Reproduktionstechniken

Assistierte Fortpflanzungstechniken helfen bei der Erhaltung der Artenvielfalt. Insbesondere die Kryokonservierung von Gameten und Embryonen ist eine wichtige Voraussetzung zur Erhaltung der genetischen Variabilität von Wildtierpopulationen sowie zur Unterstützung von Zuchtprogrammen in Zoos. Auch die Kryokonservierung von Geweben und spezifischen Zelllinien von Wildtieren spielt eine zentrale Rolle im modernen wissenschaftsbasierten Artenschutz.
Wir arbeiten kontinuierlich an der Verbesserung von Protokollen zur Langzeitkonservierung von Gameten und Geweben der Reproduktionsorgane verschiedenster Tierarten bei tiefen Temperaturen. Seit 2007 gibt es am Leibniz-IZW eine spezielle Gametenbank für Katzenartige, um die Zuchtprogramme der Zoos zu unterstützen (Felid Gamete Rescue Project). Um die konservierten Zellen und Gewebe künftig umfassend nutzen zu können, erforschen und optimieren wir verschiedene In-vitro-Methoden der assistierten Reproduktion.
Die Weiterentwicklung der Konservierungs- und Lagerungstechniken wird in enger Zusammenarbeit mit internationalen Einrichtungen wie dem „Frozen Ark“-Konsortium betrieben. Ziel ist die globale Vernetzung aller bestehenden Bio-Kryobanken. Das Leibniz–IZW ist ebenfalls Mitglied in der Gemeinschaft Deutscher Kryobanken (GDK).
Die Bio-Kryobank des Leibniz-IZW erhält lebende Proben von hoch bedrohten und anderen Tierarten.

Abteilung für Reproduktionsbiologie

Die Abteilung für Reproduktionsbiologie lagert von 105 verschiedenen Tierarten Proben von Samenzellen, Hodengewebe, Eizellen, Eierstockgewebe sowie Embryonen, darunter sind auch Proben von 20 verschiedenen Katzenarten.

Kontakt

Dr. Karin Müller
Tel.: +49 (0) 30 5168-613 
E-Mail: mueller@izw-berlin.de

Dr. Jennifer Zahmel
Tel.: +49 (0) 30 5168-614 
E-Mail: zahmel@izw-berlin.de

http://www.izw-berlin.de/de/biobanking-als-grundlage-fuer-assistierte-reproduktionstechniken.html

Abteilung für Reproduktionsmanagement

Innerhalb der bundeszentralen ex situ Genbank ist die Forschungsgruppe ‚Cryo- und Stressbiologie‘ (CSB) unter der Leitung von PD. Dr. Manuela Nagel verantwortlich für die In-vitro-Slow-Growht-Lagerung von 154 Minze und 30 Yamakzessionen; sowie für die Kryokonservierung von Kartoffel, Knoblauch und Schalotten, deren Sammlungen inzwischen auf insgesamt mehr als 2000 Kryomuster angewachsen ist. Die kryokonservierten Pflanzenorgane, vorwiegend Sprossspitzen und Pollen, lagern bei –196 °C im flüssigen Stickstoff deren Füllstand permanent überwacht wird. Um etwaige Katastrophen vorzubeugen sind alle Kryomuster dupliziert und werden im Sicherheitslager an der DSMZ in Braunschweig gelagert.

Neben der fortlaufenden Erweiterung der Kryobank und der deren Optimierung von Protokollen ist ein Hauptteil der Arbeit die grundlagenbasierte Erforschung von Kryoprozessen und deren Einflussfaktoren. Diese sind eng mit mechanischen, Trocknungs- und Kältestressfaktoren verknüpft. Hierbei werden biochemische und genetische Mechanismen während der Kryokonservierung entweder an Modellpflanzen wie Arabidopsis oder an den genbankrelevanten Arten wie Kartoffel, Knoblauch und Minze näher analysiert. Weitere Schwerpunkte bilden die Untersuchungen an kurzlebigen Getreidepollen, an trocknungstoleranten Systemen wie orthodoxes Saatgut sowie Analysen zum Einfluss von Endophyten auf die In-vitro- und Kryolagerung.

Kontakt

Prof. Dr. Thomas Hildebrandt
Tel.: +49 (0) 30 5168-440 
E-Mail: hildebrandt@izw-berlin.de

http://www.izw-berlin.de/de/auf-dem-weg-zur-naechsten-stufe-des-biobankings.html

Genom-Ressourcen-Bank ARCHE

Die Genom-Ressourcen-Bank ARCHE ist eine Sammlung von mehr als 6.000 Proben von über 500 Wildtierarten. Sie wird seit 1998 systematisch erweitert. Die Sammlung enthält größtenteils Gewebe und Blutproben. Darüber hinaus werden z. B. auch Proben wie Federn und Haaren sichergestellt. Die ARCHE ist eine Referenzdatensammlung für unsere Forschung und wird auch bei forensischen Untersuchungen herangezogen. Darüber hinaus dient sie als Repository für Wildtiergattungen und -familien. Die ARCHE ist die zentrale IZW-Sammlung für unsere Genomsequenzierungen. Im Rahmen von Kooperationsvereinbarungen steht die ARCHE auch externen Forschungseinrichtungen zur Verfügung.

Kontakt

Prof. Dr. Jörns Fickel
Tel.: +49 (0) 30 5168-314 
E-Mail: fickel@izw-berlin.de

http://www.izw-berlin.de/de/eaza-biobank.html

EAZA BioBank

Zusätzlich zur Arche lagert das Leibniz-IZW seit 2016 mehr als 600 Gewebe-, Blut- und Serumproben von Wildtieren aus europäischen Zoos in einer EAZA-Biobank. Die EAZA-BioBank wurde ins Leben gerufen, um das Populationsmanagement und den Artenschutz in Zoos und darüber hinaus mit genetischen Methoden zu unterstützen. Das Leibniz-IZW fungiert dabei als einer von vier Hubs, die im Auftrag der EAZA die Proben aus den Zoos bearbeiten und lagern. Bei Bedarf können hier auch genetische Untersuchungen an diesen Proben durchgeführt werden. Die EAZA-Biobank umfasst gegenwärtig 647 Proben von insgesamt 206 Tierarten, die von bisher 17 Zoos eingesandt wurden.

Kontakt

Prof. Dr. Jörns Fickel
Tel.: +49 (0) 30 5168-314 
E-Mail: fickel@izw-berlin.de

http://www.izw-berlin.de/de/eaza-biobank.html